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  • 7. September 2023 4 Min. Lesezeit

    Holzspielzeug hat gleichzeitig ein Imageproblem und einen Imagevorteil. Es steht für Ruhe, Qualität und Nachhaltigkeit – und zugleich klebt das Etikett inzwischen auf allem Möglichen, auch auf Dingen, die es kaum verdienen.

    Denn Holz ist ein Material, kein Gütesiegel. Ein Holzzüglein aus dünnem Sperrholz mit einer Farbschicht, die nach drei Monaten abblättert, ist nicht besser als gutes Plastik. Es kommt darauf an, was darunter steckt.

    Warum Eltern sich trotzdem dafür entscheiden

    Es gibt wenige Reize

    Holzspielzeug tut nichts von selbst: kein Licht, kein Geräusch, keine Melodie. Das bedeutet, dass das Kind alles selbst tun muss. Spielzeug, das sich von selbst bewegt und spricht, fesselt die Aufmerksamkeit intensiv, aber kurz – danach ist es bekannt.

    Es hat genug Gewicht

    Ein praktischer Punkt, der selten genannt wird: Gewicht macht Bauwerke stabil. Leichte Klötze fallen bei der kleinsten Berührung um, was für ein Kleinkind, das gerade das Stapeln lernt, reiner Frust ist. Holzklötze bleiben stehen.

    Es geht an das nächste Kind weiter

    Massivholz bekommt Kratzer und Dellen, und genau darum geht es: Es nutzt sich sichtbar ab, ohne kaputtzugehen. Plastik, das reißt, ist hin; Holz mit Macken ist benutzt.

    Es fällt nicht aus dem Rahmen

    In einem Wohnzimmer, in dem das Spielzeug nicht in einem separaten Raum verschwindet, zählt, wie es aussieht. Natürliche Töne fügen sich ein; fluoreszierendes Plastik dominiert.

    Worauf Sie bei der Qualität achten

    Hier entscheidet sich der Unterschied:

    • Massivholz oder Sperrholz, keine Spanplatte mit Folie – eine Folienschicht löst sich bei Feuchtigkeit, und Kinderspielzeug bekommt Feuchtigkeit ab. Buche, Birke und Kautschukholz sind üblich und stabil.
    • Oberfläche – Lack auf Wasserbasis oder spielzeuggeeignete Farbe. Wichtiger, als es klingt, denn das Spielzeug landet im Mund.
    • Kanten – abgerundet und glatt geschliffen. Fühlen Sie nach, wenn Sie die Gelegenheit haben; raue Kanten sieht man auf einem Foto nicht.
    • Verbindungen – geleimt und verschraubt hält besser als nur geleimt, vor allem bei Möbeln, auf die geklettert wird.
    • EN 71 – die europäische Norm für die Sicherheit von Spielzeug, unter anderem für Kleinteile und die Zusammensetzung von Farbe.
    • FSC oder PEFC – wenn Ihnen eine nachhaltige Herkunft wichtig ist, achten Sie auf diese Siegel statt auf das Wort „nachhaltig“ in der Beschreibung.

    Was hält am längsten?

    Nicht jedes Holzspielzeug hält jahrelang. Was in der Praxis bleibt:

    • Bauklötze – der unumstrittene Gewinner. Vom Stapeln mit einem Jahr bis zum Bauen mit sechs.
    • Kletter- und Balancematerial – ein Kletterdreieck oder Balance Board verändert seine Funktion, während das Kind wächst.
    • Rollenspielmaterial – eine Spielküche wird jahrelang genutzt, weil sich das Spiel drumherum verändert.
    • Möbel, die mitmachen – ein Lernturm, der auch zum Schreibtisch oder Bänkchen wird.

    Was schneller aussortiert wird: Puzzles mit vielen kleinen Teilen (eins geht immer verloren) und Spielzeug mit einem Thema, aus dem ein Kind herauswächst.

    Pflege: weniger, als Sie denken

    Mit einem leicht feuchten Tuch abwischen, danach trocknen. Nicht in die Spülmaschine und nicht einweichen – Holz quillt auf und die Oberfläche löst sich.

    Eine raue Stelle schleifen Sie mit feinem Schleifpapier weg. Das ist gleich der Unterschied zu Plastik: Holz lässt sich reparieren.

    Was es kosten darf

    Holzspielzeug ist in der Anschaffung teurer. Die Frage ist, was Sie dafür zurückbekommen.

    Ein Set Bauklötze für 60 €, das von einem bis sechs Jahren genutzt wird und danach an ein nächstes Kind geht, kostet pro Nutzungsjahr weniger als drei Plastiksets für je 25 €, die jeweils ein Jahr halten. Bei größeren Anschaffungen – einem Kletterelement, einem Lernturm – wird dieser Unterschied nur noch größer.

    Wo das nicht gilt: bei dünnem, leichtem „Holz“spielzeug, das vor allem nach Holz aussieht. Da bezahlen Sie für die Optik ohne die Lebensdauer.

    Nicht alles muss aus Holz sein

    Ein Kind entwickelt sich prima mit einer Kiste Plastikdinos dazwischen. Die meisten Familien landen bei einer Mischung, und das ist völlig in Ordnung.

    Am meisten bringt Holz bei den Dingen, die lange stehen bleiben: Baumaterial, Klettermaterial und Möbel. Bei kurzlebigen Trends spielt das Material kaum eine Rolle.

    Häufige Fragen

    Ist Holzspielzeug besser als Plastik?
    Nicht automatisch. Gutes Holzspielzeug hält länger, bietet weniger Reize und lässt sich reparieren. Dünnes Holzspielzeug mit schlechter Oberfläche ist nicht besser als solides Plastik. Achten Sie auf die Konstruktion, nicht nur auf das Material.

    Ab welchem Alter eignet sich Holzspielzeug?
    Ab dem Babyalter, sofern es keine kleinen losen Teile enthält und die Oberfläche spielzeuggeeignet ist. Halten Sie sich an die Altersangabe des Herstellers.

    Wie reinigt man Holzspielzeug?
    Mit einem leicht feuchten Tuch abwischen und sofort nachtrocknen. Nicht einweichen und nicht in die Spülmaschine.

    Woran erkennt man gute Qualität?
    Massivholz oder Sperrholz statt Spanplatte mit Folie, abgerundete und glatt geschliffene Kanten, Lack auf Wasserbasis und stabile Verbindungen. Fragen Sie nach EN 71 und, für die Herkunft, nach FSC oder PEFC.

    Hält Holzspielzeug wirklich länger?
    Bei solider Konstruktion schon. Holz nutzt sich sichtbar ab, ohne gleich unbrauchbar zu werden, und Beschädigungen lassen sich oft wegschleifen.

    Zur Kollektion

    Sehen Sie sich das Holzspielzeug an oder gehen Sie direkt zu den Kletterdreiecken, dem Montessori-Spielzeug oder den Lerntürmen.


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